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Photo #1 from Krefeld, Germany by MiBu_™️🤡♨️⚔️ made on 2018-07-22 10:09 for Sola

Seit langer Zeit ist bekannt, dass Donald Trump einen ausgeprägten Hang zur Selbstvergötterung hat. Seit ein paar Tagen wissen wir, dass der Narzisst im Weißen Haus auch dem Größenwahn verfallen ist. Der US-Präsident verwarf die Gewaltenteilung und erklärte in Manier eines absolutistischen Königs: "Ich habe das absolute Recht, mich selbst zu begnadigen." Das nur für den Fall, dass ihm, dem selbsterklärten Nonplusultra der weißen menschlichen Rasse, die Ermittlungen in der Russlandaffäre zum Verhängnis werden sollten. Der chinesische Präsident Xi Jinping ließ die Verfassung ändern, um die bisherige zeitliche Begrenzung seines Amtes auf zehn Jahre aufzuheben.

Trump sagte über den neuen Kaiser von China: "Er ist jetzt Präsident auf Lebenszeit. Das ist großartig. Vielleicht sollten wir das irgendwann auch mal probieren." Das "vielleicht" darf man getrost streichen. Mit "irgendwann" meinte Trump selbstverständlich "irgendwann" in seiner Amtszeit. Früher oder später wird er die Regelung, maximal acht Jahre als Präsident regieren zu können, attackieren. Denn wer sich so "great" wie er fühlt und sein Land "great again" machen will, dem reichen keine acht Jahre. Der möchte am liebsten bis zu seinem Tod im Weißen Haus vor goldenen Gardinen den Sonnenkönig spielen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat dafür gesorgt, bis 2029 im Amt bleiben zu können, so ihn das Volk will. Sein russischer Kollege Wladimir Putin ließ die Amtszeit von vier auf sechs Jahre verlängern. 2024 sollte Schluss für ihn sein. Bis dahin wird ihm noch etwas einfallen, weiter an der Macht zu bleiben oder jedenfalls die Strippen zu ziehen. Immun gegen Kritik und Beratung Demokratisch gewählt, versuchen Politiker der Marke Trump, Erdogan und Putin alles, ihre Macht zu erhalten, indem sie den Staat nach ihrem Willen umbauen und zu einer Anstalt zur Durchsetzung eigener Interessen machen.

Flankiert wird das durch nationalistisch eingefärbtes Gerede, alles zum Wohle des Volkes und des Vaterlandes zu tun. Dabei geht es allein um den Machterhalt und die eigene Person als Mittelpunkt des Universums. Als Mittel setzen sie auf brachiale Sprache, Sarkasmus, Beleidigungen, Halbwahrheiten, Lügen, Propaganda, Schuldzuweisungen, Hetze oder Drohungen. Da sie in einer Blase leben, die sie vorteilhafterweise selbst erzeugt haben, und süchtig danach sind, ihre Einmaligkeit sich täglich selbst und dem Publikum beweisen zu müssen, sind sie immun gegen Kritik und Beratung. Sie verachten ihre Gegner aus tiefer Seele, äußern aber immer wieder Botschaften der Ehrerbietung.

Kein Wunder, dass Trump, der auf Twitter alles und jeden niedermacht, Putin bei seinen Tiraden ausnimmt. Der US-Präsident ist vom Wesen her ein politisch scharf rechter Autokrat. Er hat - aus seiner Sicht - nur das Pech, in einer starken und wehrhaften Demokratie seine Großartigkeit unter Beweis stellen zu müssen. Ansonsten baut er den Machtapparat nach Belieben um und setzt ganz auf ihm vollständig ergebene Rassisten, Islamhasser und Leugner des Klimawandels. Er schreddert nicht nur internationale Abkommen, sondern auch nationale Regelungen.

Pulitzer-Preisträger David Cay Johnston spricht von "Termiten", die still und heimlich Trumps Ziel verfolgten, das dessen früherer Stratege Steve Bannon als "Dekonstruktion" des Staates bezeichnete. Von der eigenen Großartigkeit geblendet Trump testet Tag für Tag die Grenzen des Machbaren neu aus. Die amerikanische Justiz nennt er eine "Lachnummer", wenn sie nicht tut, was er gerne hätte. Um zu untermauern, wie ernst er es meint, begnadigt der Regierungschef verurteilte Straftäter, die genauso brutal gegenüber Minderheiten auftreten wie er selbst. Gnade denen, die gnadenlos sind.

Oder er sorgt für die Freilassung einer 63-jährigen Frau, die wegen eines Drogenvergehens ohne Gewaltanwendung zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt worden war - weil TV-Star Kim Kardashian das so wollte. Auch das hat mit demokratischer Gewaltenteilung nichts zu tun. Es ist das selbstherrliche Agieren eines Sonnenkönigs, der von der gefühlten, eigenen Großartigkeit geblendet ist. Diese Art der Politik hat einen immensen Vorteil: Was funktioniert, erklärt der Regierende zu seinem Werk. Geht etwas schief, waren es immer die anderen. Trump, Erdogan und Putin malen immer neue Hirngespinste an die Wand vom bösen Feind, der ihrem Land nur Schlechtes will.

So schaffen sie es, Massen hinter sich zu bringen. Denn wer Angst erzeugt und gleichzeitig das Gegenmittel präsentiert, kann sich als Beschützer darstellen und das Volk hinter sich bringen. Aus dieser Maschinerie der Selbstinszenierung entsteht eine gewaltige Gefahr. Denn sie braucht permanent neuen Stoff, um der Anhängerschaft die behauptete Großartigkeit und Alternativlosigkeit zu beweisen. Erdogan marschierte in Syrien ein, Putin holte die Krim heim ins Reich. So dumm Trump ist, so bauernschlau ist er auch. Den Instinkt, seine Anhänger zu mobilisieren, hat der Milliardär jedenfalls.

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