Airdrop program
Get from 15 SOL free and 10 SOL per referral
Get free SOL
Sola
beta
2 months

A uch diese Woche kommen die Hiobsbotschaften für Donald Trump wieder als Doppelschlag. Am Dienstag werden erste Details aus dem neuen Buch von Bob Woodward über die Trump-Regierung bekannt. Es sind Zitate von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern des Weißen Hauses, die zeigen, wie entsetzt viele Insider über Trumps mangelnde intellektuelle Auffassungsgabe sind, über seinen erratischen Charakter, seinen Mangel an moralischen Überzeugungen und seine Politikansätze, die oft der Laune eines Augenblicks zu entspringen scheinen.

Die Aufschreie der Empörung aus dem Weißen Haus über Woodwards angeblich erfundene Geschichten sind noch nicht verhallt, da folgt der nächste Tiefschlag, der Woodwards Thesen bestätigt. Die „New York Times“ veröffentlicht ein anonymes Essay eines noch immer für Trump arbeitenden „hochrangigen Offiziellen“, das eine gnadenlose Abrechnung mit diesem Präsidenten darstellt. Gleichzeitig behauptet der Autor, dessen Identität der „Times“ bekannt ist, dass es so etwas wie eine geheime zweite Regierung innerhalb der Trump-Administration gibt. Eine Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Amerika vor Trumps schlimmsten Instinkten zu bewahren und Schaden vom Land abzuwenden.

Kann man sich ein vernichtenderes Urteil vorstellen als das, welches die Trump-Insider gegenüber Woodward und im „Times“-Essay beschrieben haben? Von Leuten, die zum Teil täglich mit Trump zu tun haben oder hatten? Das Erstaunliche an diesem Vorgang ist, dass ganz Washington seit Langem weiß, was im Innern der Trump-Regierung los ist und dass dieser Präsident ungeeignet ist, das Amt des mächtigsten Mannes der Welt auszufüllen. „Vom ersten Tag an haben alle von uns verstanden, dass das die Situation ist“, sagte der republikanische Senator Bob Corker nach der Veröffentlichung des Essays.

„Das ist, denke ich, der Grund, warum alle von uns die guten Leute um den Präsidenten herum ermuntern zu bleiben.“ Trumps Weißes Haus war auch schon immer wie ein Pastasieb, aus dem wenig schmeichelhafte Schilderungen des Präsidenten an die Öffentlichkeit durchsickerten. Viele dieser Durchstechereien waren eine Art Notwehr der Insider: Weil der Präsident ihnen nicht zuhören wollte, spielten sie über Bande mit den Medien, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Die neuesten Enthüllungen haben jedoch eine neue Qualität.

Woodward etwa zitiert (über anonyme Dritte) auch Stützen der Regierung wie Stabschef John Kelly und Verteidigungsminister James Mattis mit abfälligen Bemerkungen über Trump , die zu denjenigen gehören, die man als „die Erwachsenen“ in der Regierung bezeichnet. Und dass sich ein aktives Mitglied der Regierung auf solch exponierte Weise in der „Times“ zu Wort meldet, um den Präsidenten anzugreifen, ist beispiellos in der modernen amerikanischen Geschichte. Es ist eine Mischung aus Hilferuf und Selbstrechtfertigung, schließlich müssen sich Mitglieder der Trump-Regierung ständig fragen lassen, warum sie diesem Präsidenten weiter dienen.

Es ist aber auch ein Beleg dafür, dass sich die Dauerkrise der vergangenen anderthalb Jahre zuspitzt. Trump hat ohnehin schon paranoide Anwandlungen und glaubt, alle verfolgten ihn. Er vertraut kaum jemandem mehr in seinem Umfeld. Das Essay dürfte sein Misstrauen verstärken und auch die Arbeit derjenigen in der Regierung erheblich erschweren, die sich nun dem ständigen Verdacht ausgesetzt sehen, zum „Widerstand“ zu gehören, wenn sie den Präsidenten von Fehlentscheidungen abzubringen versuchen. Das wird die Bunkermentalität Trumps nur verstärken. Die entscheidende Frage ist jedoch: Was braucht es eigentlich noch, um diese Präsidentschaft final ins Wanken zu bringen?

Den Medien wird oft vorgeworfen, Trumps Sturz jede Woche herbeizuschreiben, der aber dann doch nie eintritt. In Wahrheit ist nie genau vorherzusagen, wann eine Sache politisch so ins Wanken gerät, dass plötzlich ein ganzer Berghang abrutscht und eine Regierung unter sich begräbt. Schon gar nicht in der Ära politischer Polarisierung in den USA, in der der einzige Grund, zu einem Kandidaten zu stehen, oft darin besteht, dass er für das eigene und nicht für das gegnerische Team spielt. Trump hat jedenfalls bisher einiges an Stehvermögen gezeigt. Und das liegt auch an der fast tyrannischen Art , mit der er Gefolgschaft einfordert.

Woodward hat sein Buch aus gutem Grund „Angst“ genannt, was zurückgeht auf eine Formulierung von Trump selbst, der Macht als Fähigkeit bezeichnet hat, Furcht zu verbreiten. Tatsächlich baut seine Macht weitgehend auf Angst auf. Vor Trump haben die Deutschen am meisten Angst Das Video konnte nicht abgespielt werden. Bitte versuchen Sie es später noch einmal. Eine aktuelle Studie zeigt, wovor die Deutschen am meisten Angst haben. Als größte Gefahr scheint demnach US-Präsident Donald Trump wahrgenommen zu werden. Quelle: WELT / Lukas Axiopoulos Auf der Angst der republikanischen Renegaten, dass Trump sie auf Twitter seinen 54 Millionen Followern zum Fraß vorwerfen könnte.

Auf der Angst republikanischer Kongressabgeordneter vor den Trump-Fans an der Basis. Und offenbar wird auch Trumps Regierung von Leuten zusammengehalten, die den ganzen Kram nicht hinwerfen – aus Angst, was der Präsident noch alles anstellen könnte, wenn sie nicht als ständige Feuerwehr agieren. Tatsächlich mehren sich jedoch die Zerfallserscheinungen. Die vielen engen Vertrauten Trumps, die in den vergangenen Wochen vom FBI umgedreht wurden, sind ein Beleg dafür. Dass nun ein hochrangiges Mitglied seiner Regierung eine solch vernichtende Abrechnung veröffentlicht, ist ein weiteres Indiz.

Dort macht William Shakespeare deutlich, auf was für einem bröckeligen Fundament ein Angst-Imperium aufbaut: „Die wenigen, die ihm noch treu geblieben, knüpft Liebe nicht, nur Furcht an seine Fahnen; … Jetzt fühlt er, dass der so angemaßte Purpur der Majestät so schlotterig und lose um ihn herumhängt wie des Riesen Rock um eines Zwerges Schultern.“ Kurz danach ist es um Macbeth geschehen. Trump ist genau so ein aufgepumpter Riese , der in viel zu große Kleider geschlüpft ist. Und seit einiger Zeit keilt Trump noch heftiger und unkontrollierter aus gegen all die Zumutungen, von denen er sich umstellt sieht. Als wenn er selbst realisieren würde, dass seine Lage immer kritischer wird.

Was den Präsidenten derzeit noch schützt, ist der konservative Echoraum aus Fox-News und anderen. Die Trump-Medien haben eine Burgmauer der verzerrten Wahrnehmung um den Präsidenten aufgerichtet, die verhindert, dass seine Kernwählerschaft sich mit den bitteren Realitäten dieser Präsidentschaft konfrontieren muss. Das ist der wichtigste Grund dafür, dass Trump unter Republikanern immer noch so hohe Zustimmungswerte erzielt. Erst wenn diese Mauer zu bröckeln beginnt, ist Trump ernsthaft in Gefahr. Oder wenn der Souverän, der Trump ins Amt gewählt hat, den Daumen senkt und etwa bei den Midterms massiv ins demokratische Lager abwandert und die Republikaner zum Umdenken zwingt.

304votes
0.124SOL earned
Vote
Share
Vote
Share
0
103
304
Germany, Munich
No comments
Write something...
Send
Earn SOL - a cryptocurrency used in Sola (ERC20 standard token). Sola is an iOS, Android and web application which is a mix of a media and community. Sola allows discovering new people and exciting content in a most simple, friendly and relaxed manner.