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Künstliche Intelligenz ist längst zum Trendthema in Industrie und Wirtschaft geworden. Im Endkundenbereich gilt die Technologie allerdings häufig noch als Spielerei – dabei schickt sie sich an, die Rollen von Technik und Benutzern neu zu definieren. „Ich habe Sie leider nicht verstanden.” – es sind Sätze wie dieser, die das Image von künstlicher Intelligenz im Alltag lange geprägt haben. Erst kürzlich attestierten chinesische Forscher in einem Vergleichstest selbst dem klügsten Smartphone-Assistenten einen Intelligenzquotienten von unter 50 Punkten. Zum Vergleich: Ein sechsjähriges Kind hat im Durchschnitt einen IQ von 55,5 Punkten, mit 18 Jahren werden im Mittel 97 Punkte erreicht.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Zum einen ist bemerkenswert, dass der IQ des Testsiegers sich in den letzten zwei Jahren nahezu verdoppelt hat, zum anderen steigen die Nutzerzahlen von virtuellen Assistenten und smarten Lautsprechern rasant an. Bei einer Befragung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC aus dem Jahr 2017 gaben 21 Prozent der Teilnehmer an, bereits Google Now oder den Google Assistant zu nutzen. Was sind die aktuellen und zukünftigen Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz und an welchen Punkten kann sie unser tägliches Leben verändern? Künstliche Intelligenz: Was ist das eigentlich?

Um diesen Fragen nachzugehen, muss zunächst das Konzept hinter der Technologie klar sein – und das ist in erster Linie die menschliche Intelligenz. Das Problem dabei: Selbst diese ist aus der Sicht vieler Wissenschaftler noch nicht ausreichend erforscht, um eine umfassende und allgemeingültige Definition treffen zu können. Die Befragten einer europaweiten Studie des Technologiekonzerns Huawei gehen jedoch von nur 92 Entscheidungen pro Tag aus. Die deutschen Teilnehmer tippen im Mittel sogar nur auf deren 82 – und sind sich im Umkehrschluss über 99 Prozent ihrer täglichen Entscheidungen nicht bewusst. Ganz ähnlich verhält es sich mit der künstlichen Intelligenz.

Und wenn sie einmal erkennbar zu sein scheint, ist oft in Wirklichkeit eine andere Technologie am Werk. Arne Herkelmann, Head of Handset Portfolio bei Huawei Europe, erklärt im Interview mit t3n : „Wenn du dir zum Beispiel einen der aktuellen Sprachassistenten auf dem Markt anschaust, dann ist dort das eigentliche Tätigkeitsfeld der KI die Spracherkennung. Dabei geht es darum, natürliche Sprache in einer natürlichen Art und Weise zu verstehen und zu antworten.

Die Verknüpfung von einzelnen Befehlen wie ‚Licht an‘ mit den entsprechenden Handlungen liegt dann schon wieder im Bereich der Automatisierung.“ Einer der aktuell dynamischsten Entwicklungsbereiche von künstlicher Intelligenz ist die Spracherkennung. (Foto: Shutterstock) Der diskrete Bessermacher Echte künstliche Intelligenz ist also nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Diesen Fragen sind unter anderem auch die Analysten des US-amerikanischen Marktforschungsriesen Gartner nachgegangen. Einer ihrer vielbeachteten Reports beschäftigt sich insbesondere mit den Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz auf Smartphones schaffen kann.

Die übergeordnete Botschaft: KI-Lösungen werden schon in den nächsten zwei Jahren essenzieller Bestandteil von einem Großteil der mobilen Apps sein. Das Smartphone ist nicht länger ein einfaches Gerät, sondern wird zu einer Erweiterung des Nutzers. Der wiederum will sich keine Technik, sondern ein personalisiertes und bestmöglich unterstütztes Erlebnis kaufen. Lies auch das Interview mit Huawei-KI-Experte Arne Herkelmann: „ Menschen kaufen keine künstliche Intelligenz, sondern Features und Funktionen! “ Beim Blick unter die Haube wird deutlich, an welchen Stellen künstliche Intelligenz bereits zur treibenden Kraft geworden ist.

Dabei ergeben sich mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten: Bilder können nicht nur nach Motiven, Personen oder Umgebungen, sondern auch nach abstrakteren Parametern wie zum Beispiel Ästhetik, Bildsprache oder persönlichem Geschmack kategorisiert werden. Zum anderen ist künstliche Intelligenz mittlerweile auch in der Lage, den Nutzer beim Aufnehmen von Fotos und Videos zu helfen – beispielsweise mit der Master AI von Huawei, die automatisch und in Echtzeit bei 30 Bildern pro Sekunde die verschiedenen Kameraparameter auf Motiv, Umgebung und Beleuchtung optimiert.

Mit dem KI-gestützten Ressourcenmanagement könnte zudem ein echter Störfaktor in der Bedienung von Smartphones der Vergangenheit angehören: Bislang litten viele Geräte schon nach wenigen Monaten der Nutzung unter einem merklichen Performance-Verlust. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz optimiert sich das System im laufenden Betrieb selbst, kategorisiert und priorisiert Apps nach verschiedenen Parametern und lernt vom Verhalten des Benutzers, um ihm stets die optimale Leistung bieten zu können. NPU: Ein Prozessor nur für künstliche Intelligenz Bei einer NPU handelt es sich um einen dedizierten Prozessor, der besonders für KI-Anwendungen geeignet ist.

(Grafik: HUAWEI) Insbesondere echtzeitgesteuerte KI-Features können dafür sorgen, dass virtuelle Assistenz sich immer natürlicher anfühlen wird. Diese Features sind allerdings auf eine schnelle Verarbeitung von Informationen angewiesen – eine neue und zunehmend wichtige Herausforderung für die Branche. Darum geht der Trend laut Gartner-Report stark in Richtung der sogenannten On-Device-KI, also KI-Prozessen, die direkt auf dem Gerät ausgeführt werden: Bis zum Jahr 2022 werden nach Meinung der Analysten mehr als 80 Prozent der Smartphones mit dedizierten KI-Units ausgestattet sein.

Bereits jetzt haben Huaweis neue Flaggschiffe P20 und P20 Pro mit der NPU (Neuronal-Processing-Unit) eine solche Einheit an Bord. Sie dient als KI-Beschleuniger und ähnelt in ihrer Arbeitsweise eher einem Grafikprozessor als einer CPU. Prozesse werden hier nicht sequenziell, sondern gleichzeitig in vielen kleinen Stücken abgearbeitet. Die Vorteile einer On-Device-KI liegen auf der Hand: Anstatt sämtliche Prozessdaten über eine Datenverbindung in die Cloud und wieder zurück zu transportieren, können sie direkt auf dem Gerät verarbeitet werden. Das ist sicherer und spart nicht nur Traffic, sondern auch wertvolle Energie bei gleichzeitigem Geschwindigkeitsvorteil gegenüber der Cloud.

Erst dadurch werden Features wie die intelligente Smartphone-Fotografie möglich: Die Master AI erkennt dabei aktuell 19 verschiedene Motive in Echtzeit und reagiert im selben Moment mit einer Anpassung der Einstellungen. Ohne On-Device-KI wäre dieses Feature nicht denkbar – die Reaktionszeit wäre selbst bei der besten Datenverbindung schlicht zu lang, das positive Nutzererlebnis dahin. Die Revolution liegt auf der Hand Beim Blick nach vorne sind sich die Experten weitestgehend einig: Künstliche Intelligenz wird künftig aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sein, schon jetzt ist die Power der Trendtechnologie spür- und erlebbar.

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